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 Zu Franz Vass
Gottfried Pöll

..... Immer wieder einmal tobt er mit Pinsel und Acrylfarbe über den Malgrund. Bilder voll abstrakter Elemente sind dann Ergebnisse, spontan hingesetzte Emotionen - Ausbrüche, aus denen er allemal zurückfindet ins kontemplative Stricheln, in jenes Zeichnen und Malen, das ihm eigentlich Heimat ist, das "Burgenland" des Künstlers.

Tausende und Abertausende von sensiblen Farbstrichen verdichten sich zu weitgehend abstrakten Formen, die der Fantasie des Betrachters jedoch allemal die Möglichkeit offerieren, an Gegenständliches anzuknüpfen. Der gestrichelte Filz provoziert überdies ein haptisches Bedürfnis; man ist versucht, die Hand über das Blatt gleiten zu lassen - ein Verlangen, das einen gewöhnlich nur bei guten Plastiken befällt. Darüber hinaus ist allerdings keine Gemeinsamkeit mit Bildhauerwerken zu erkennen; im Gegenteil: die Grafiken und Malereien des Franz Vass wirken eher plan, so als hätte der Künstler absichtlich auf alle Tricks verzichtet, den gegebenen Dimensionen zu entschlüpfen. Dennoch wachsen aus der einem sichtbar gemachten Fläche aussagestarke Gestaltungen: Formen und Figuren als Endprodukte einer von der zeichnenden, malenden Künstlerhand begleitenden Meditation. Sinnendes Betrachten (meditatio) ist die Folge. Die Bilder des Franz Vass tragen eine Verwandtschaften mit Gebetsteppichen in sich.

(Im Verlag Edition Lex Liszt 12 ist von Gottfried Pöll ein Buch erschienen: "Auch Künstler sind Menschen - von Malern und anderen Besonderheiten im südl. Burgenland.") 


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