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Michael Bottig
Ein paar Gedanken über die Frau als Mensch und über Göttinnen

"... Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde,
nach dem Bilde Gottes schuf er ihn,
als Mann und Frau schuf er sie. ..."

Aber, was ist mit dem Mann, wenn das notwendige Tun der Frau bleibt?

Du dringst ein, ganz tief,
schwimmst im Gefühl der Wolllust,
öffnest dich zum Behältnis des Glücks,
wandelst zum Zeichen der Wiedergeburt
und gebierst eine Figur, groß und stark: eine Göttin.

"Gib ihr den Samen und entzieh ihr das Blut!"
Göttinnen leben nicht, aber Mädchen können wandeln.
"Sauge ihr die Milch aus der Brust und schenke ihr dafür Wein!"
"Göttin, befülle den Kessel der Baba Jaga,
hüte den schwer verdienten Kelch aus seinem Schädel!"
Göttinnen leben nicht, aber Mütter nähren.
"Leere den Krug der Sybille,
und sieh nach dem Deckel des Topfes!"
Da war doch noch der junge Mann, den die Bürde, welche ihm die
unermüdliche alte Sammlerin umgehängt hatte, fast umgebracht hätte.
Die vermeintliche Tochter der weisen Greisin hütete währenddessen die
Wesen der Jungfräulichkeit. Das Salz der Unbestechlichkeit, beinahe
ihr Verderben, führte sie schließlich geduldig ans schwer erarbeitete
Ziel. In der Vereinigung von Aphrodite, Nemesis und Eros hatte sie das
Wesentliche für das Leben gelernt.

Er schuf das Chaos, welches sie ordnet.
Er läuft in das Labyrinth, aus dem sie ihn führt.
Er trinkt aus dem Gefäß, das sie gemacht und befüllt hat.
Er liebt und achtet sie, weil sie Frau ist.


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