Plastik

Objekt

Grafik

Malerei




text
Über Hans Staudacher
von Gotthard Fellerer

Er zieht seine Spuren unmittelbar - und je heftiger sein Temperament sich visualisiert, umso entscheidender werden die überraschenden Wendungen und Kehrungen seiner geballten Konzentration.

Sag mir Rose und denk an den Hammer!

In seinem Werk verbindet er das Skripturale mit der malerischen Geste des Spontanen.

In der Welt des überbordenden Bildverbrauches, einer Welt die uns nur noch Sensationen liefert, sind Staudachers Bilder intellektuelle Enklaven, nahe, für manche ferne Inseln, auf denen es noch etwas zu entdecken gibt - man entdeckt sich selbst.

Denn Staudachers Bilder sind auch magische Spiegel, die uns nicht nur das Feld Staudachers reflektieren, sondern uns genügend Platz geben, um uns selbst dort aufzuspüren. Man muss sich nur Zeit nehmen und der Defoe'sche Freytag heißt hier Staudacher, der aus angebotenen Jausenpaketen zuerst die Extrawurst entfernt und auf Grund der verschmähten Essiggurkerln von Arnulf Rainer nach 1947 aus den Augen verloren wurde, um in den Fünfziger Jahre in Wien mit dem Spruch wieder aufzutauchen: "Mia Kantna eaoban jetzt Wien!"

Man muss sich Zeit nehmen, nicht Zeitnehmen, als Übertrumpfung der Hastigkeit, des Wahnsinns, des immer Faster, das der Gesundenindustrie volle Häuser und rote Zahlen garantiert, der Wahnsinn, dass man aus Zeitnot auf seinen Körper nicht mehr hören kann, da das Umfeld zu laut und zu hektisch ist, sodass man zu einem angepassten Delegierer degeneriert, der nicht nur seine Stimme, dann seine Meinung und zuletzt auch den Verstand abzugeben hat.

Man muss sich Zeit nehmen für Gedankensprünge, für sich selbst und für die Betrachtung seiner Bilder. Man muss sie klingen lassen - und ihre oft witzigen Ideensprünge hören.

Denn:

"Es gibt Tiefes, das schwierig ist zu begreifen, doch Ruhe und Güte verbreitend, das man nicht mit dem flüchtigen Verstand erfassen kann, das sich nur dem Erkennenden öffnet." (Digha Nikayo)

Zeit ist money höre ich denken - doch des Künstlers Elixier heißt Zeitnahme, Verharren und das Warten auf den richtigen Augenblick, der nach der Sammlung abrupt hereinbricht und sich spontan realisiert.

Was bietet nun Hans Staudacher?

Eine unerwartete Dynamik, eine seltsame Erfasstheit sprühender Gedankenkaskaden die einen erfassen und sie in eine letztendlich in die mystische Welt einer Kunst mitnehmen, die ihnen sonst verborgen bliebe.

In Anlehnung eines Textes des verstorbenen Intellektuellen und Rektors Josef Fink, den ich in einem Bildwerk Staudachers entdeckte, wird das Wollen STAUDACHERS effektiv:

" ..vergessen sie bitte meine Worte und nehmen sie seine Träume."


Home


text 
werk 
biographie