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Über Herwig Zens
von Gotthard Fellerer

Seine Bilder sind schön .... spröde. Und genau diese Spröde, die marktferne Uncharmantheit, die exzessive Distanziertheit, die Unruhe, die ihn zum Tun zwingt, sind es, die in seinen Arbeiten jene Zeitlosigkeit atmen lassen, in der man Kunst vermutet. In seinem Tun macht er es sich nicht leicht. Er kämpft. Er kämpft den aussichtslosen Kampf des Don Quichote gegen die Windmühlen der Zeit, die sich unerbittlich drehen. Nicht, dass er den Widerstand anstrebt, eher findet der Widerstand ihn. Er ist unösterreichisch kompromisslos und dies macht ihn so angenehm. Herwig Zens wird ständig von Reibebäumen aufgespürt, an denen er seine widerborstige Ehrlichkeit schabt. Einer dieser Reibebäume ist der spanische "Baturro", der dickköpfige Einzelgänger Francesco Goya, der ihn nun bereits ein langes Künstlerleben begleitet. Zuerst war es eine Frage, über die er beinahe gestolpert wäre und dann fand er ihn am Ende eines mühsamen Weges, der von einer kargen Landschaft umsäumt war, im Madrider Prado. Der Zauber, der von Goyas Arbeiten ausging, schlug ihn so in Bann, dass er die Werke Goyas aufzuspüren begann. Gleich einem Pilger strebte er vorerst in die Museen großer Städte und machte sich das Gesehene zu Eigen. Heute findet er die Arbeiten des "Baturros" sogar in abgelegenen kleinen Nestern Südfrankreichs, wie in ANGER oder Castres: "Tauros desperates" - fliegende, betroffene Stiere, die über eine Landschaft gleiten. Er entdeckte, dass in Goyas Werk mehrere wesentliche Ebenen wirksam sind: Die Wildheit des Hell-Dunkel, die fantastische Ebene des Traumes, die Faszination des Eros, die technische Brillianz und der Mut eines Tuns, das bis heute nichts an Wucht und Intensität verloren hat. Goya enttarnt den Menschen als des Menschen Wolf.

O-Ton Herwig Zens: "Do gets nimma weida!"

Weitere Vorbilder sind ihm Velasquez und Vermeer. "Wenn man einem Außerirdischen Malerei erklären möchte, so genügt je ein Bild dieser Meister, da ist alles enthalten", so Zens.

Aber auch die Gegenwart ist ihm impulsstark. Beuys, Janssen, Cornelis, Saura, Tapies sind die von ihm Bevorzugten, in deren Werk er jene ursächliche und namenlose Kraft spürt, die der besitzergreifenden Ewigkeit eigen ist und die den Ansporn zum Tun in sich birgt.

Zens ist geprägt von einem starken Willen und einer künstlerischen Besessenheit, die ihn sogar zu nächtlicher Stunde ins Atelier treibt. In seiner Malerei lässt er sich treiben, doch für die Radierung, die er meisterhaft beherrscht, hat er klar durchdachte Vorstellungen. Trotz seiner Engagiertheit und der Umtrieb mit "so vielen Wahnsinnigen", wie er es sieht, arbeitet er still und kontinuierlich an seinem "Tagebuch".

Manchesmal frisst ihn der tägliche universitäre Frust fast auf, doch die künstlerische Arbeit ist ihm Sublimation und jener Lebensborn, den er genießt.

"Was will der Zens?" ist die stereotype Frage all jener, die nur Karrieredenken im Kopf haben und nie bereit waren auch nur einen Dineff in die Fülle eines Gedankens, der da Leben heißt, zu investieren und die immer nur an ihre kurzlebigen Vorteile dachten. Trotz seiner Unstet- und Betriebigkeit, "Zens ist gerade im Ausland", dachte er nie so.

Man beliebt ihn einfach dauerhaft missverstehen zu wollen und so wird er gezwungen ständig Richtigstellungen zu deponieren.

Über 800 Radierungen hat er bisher produziert und es werden nahezu wöchentlich mehr.


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